00:00:01: Heute möchte ich mal mit einer Frage anfangen.
00:00:05: Und eigentlich ist sie auch ziemlich simpel!
00:00:08: Warum arbeitet eine richtig gute Mitarbeiterin morgen noch in deiner Praxis?
00:00:15: Nicht weil Sie muss, nicht weil Sie seit zwölf Jahren da ist – nicht weil der Arbeitsweg so schön kurz ist sondern weil Sie sich jeden Morgen ganz bewusst wieder für genau diese Praxis entscheidet.
00:00:34: Hast du darauf spontan eine Antwort?
00:00:37: Wenn ja, mega!
00:00:40: Wenn Du jetzt allerdings gerade ein bisschen länger überlegst dann bist Du mit Sicherheit nicht alleine Denn genau um diese Frage geht es in der neuen Staffel von das auch noch dem Dentalwissen Podcast.
00:00:57: und damit herzlich willkommen zur achten Staffel.
00:01:01: Ich bin Katja Effarts, Senior-Expert bei der Opti-Helskonsultin GmbH und in den nächsten zehn Folgen dreht sich alles um Mitarbeiterbindung und Teambuilding in der Zahnarztpraxis.
00:01:17: Also nicht nur darum neue Mitarbeiter zu finden sondern vor allem darum die Guten zu behalten – das ist schon ein ziemlich großer Unterschied!
00:01:28: Ihr über Fachkräftemangel wird in der Dentalbranche inzwischen wirklich genug gesprochen.
00:01:35: Anzeigen wie ZFA gesucht, ZMP gesucht ,ZMV gesucht Profilaxe gesucht Assistenzgesucht.
00:01:47: Also eigentlich wird gefühlt überall irgendjemand gesucht Und natürlich ist Recruiting an dieser Stelle total wichtig.
00:01:56: Aber manchmal frage ich mich schon irgendwie so, warum stecken Praxen unglaublich viel Energie und Geld in die Frage wie sie neue Mitarbeiter bekommen?
00:02:11: Und beschäftigen sich aber gleichzeitig viel zu wenig mit der Frage, warum die Vorhandenen eigentlich nicht bleiben.
00:02:19: Denn stell dir mal Folgendes vor, du hast eine richtig gute Mitarbeiterin!
00:02:25: Sie kennt die Praxis, sie kennt die Patienten.
00:02:29: Sie weiß auch wie die Abläufe funktionieren und mega sie erkennt Probleme teilweise schon bevor sie überhaupt entstehen – sie übernimmt Verantwortung, sie denkt mit!
00:02:41: Und wenn irgendwo etwas brennt dann musst du ihr auch nicht erst dreimal erklären was zu tun ist.
00:02:47: also kurz gesagt genau die Mitarbeiterin von der jede Praxis gerne mindestens drei im Team hat.
00:02:56: Und dann Worst Case, sie kündigt!
00:02:59: Vielleicht sogar völlig überraschend und der erste Gedanke ist ja dann häufig so... Wieso?
00:03:07: Der zweite Gedankel was hat die andere Praxis ihr denn
00:03:11: geboten?!
00:03:13: Und ziemlich schnell landet man dann beim Geld mehr Gehalt bessere Benefits vielleicht mehr Urlaub Irgendwas muss die andere Praxis doch besser machen.
00:03:26: Und ja, manchmal ist es tatsächlich das Geld aber sehr oft beginnt eine Kündigung überhaupt nicht mit einem besseren Angebot.
00:03:36: sie beginnt viel früher Mit einem kleinen Gefühl!
00:03:40: Mit dem Gefühl dass eigentlich egal ist wie sehr man sich anstrengt?
00:03:46: Mit dem gefühl dass immer dieselben alles auffangen.
00:03:50: Ja mit dem Gefühl dass die eigene Meinung zwar angehört wird, aber am Ende nie was verändert.
00:03:59: Oder auch mit diesem Gedanken Ich gehe einfach nicht mehr gerne zur Arbeit und genau das ist der Punkt.
00:04:07: Mitarbeiter kündigen meistens nicht an dem Tag, an dem sie ihre Kündigung abgeben.
00:04:14: Die eigentliche Kündigung beginnt viel früher im Kopf Und manchmal bekommt es die Praxis davon Monate lang überhaupt nichts mit.
00:04:26: Denn die Mitarbeiterin kommt weiterhin pünktlich, sie macht ihren Job!
00:04:30: Sie behandelt die Patienten freundlich.
00:04:32: Sie räumt ihr Zimmer auf.
00:04:35: Sie übernimmt ihre Aufgaben.
00:04:37: Von außen sieht eigentlich alles völlig normal aus.
00:04:40: Nur etwas hat sich verändert.
00:04:44: Früher hat sie noch gesagt... Ich habe deine Idee!
00:04:48: Heute sagt sie nichts mehr.
00:04:50: Früh hat sie gefragt Warum machen wir das eigentlich so?
00:04:54: Lass uns das doch mal anders ausprobieren!
00:04:56: Heute denkt sie, ist mir egal.
00:05:00: Früher ist sie eingesprungen wenn jemand ausgefallen ist.
00:05:04: heute schaut sich auf den Dienstplan und denkt not my problem.
00:05:09: Und irgendwann fällt dann der Satz komisch die war früher irgendwie engagierter.
00:05:15: Ja und genau an diesem Punkt lohnt sich dann ein genauer Blick.
00:05:20: Denn innere Kündigung, die sieht selten spektakulär aus.
00:05:25: Da fliegt normalerweise kein Instrument durchs Behandlungszimmer und es gibt auch nicht unbedingt einen großen Streit!
00:05:33: Und meistens steht morgens auch niemand an der Anmeldung und verkündet also nun mal so.
00:05:39: zur Info meine emotionale Bindung an diese Praxis hat heute deutlich nachgelassen wäre praktisch passiert aber eher selten.
00:05:49: Also ironie wieder auf, aber stattdessen wird das Engagement langsam weniger.
00:05:56: Diese sogenannte extra Meile fällt weg.
00:05:59: Ideen verschwinden, Eigeninitiative nimmt ab und aus.
00:06:04: Ich kümmere mich, wird irgendwann.
00:06:07: Sag mir einfach was ich machen soll.
00:06:09: Natürlich gibt es Menschen die gerne mit klar definierten Aufgaben arbeiten.
00:06:14: Das ist auch völlig in Ordnung.
00:06:16: Spannend wird es dann, wenn sich ein Mensch verändert.
00:06:20: Wenn jemand früher selbstverständlich und selbstständig gedacht und gehandelt hat – und plötzlich nur noch Dienst nach Vorschrift macht!
00:06:31: Dann ist das eine Veränderung im Verhalten.
00:06:33: und diese Veränderungen in dem Verhalten ist oft viel aussagekräftiger als ein einzelner Satz.
00:06:41: Und genau hier kommt bereits der erste ganz konkrete Ansatz für die Praxis.
00:06:48: Schau bitte nicht nur auf Leistung, schau auf Veränderungen!
00:06:53: Wer beteiligt sich weniger als früher?
00:06:56: Wer bringt zum Beispiel keine Ideen mehr ein?
00:07:00: Wer zieht sich zurück?
00:07:02: und wer sagt plötzlich häufiger ist mir egal mach wie du meinst das bringt doch sowieso alles nichts.
00:07:11: Das sind jetzt keine Beweise dafür, dass jemand morgen kündigt.
00:07:15: Aber es sind gute Gründe – zumindest mal für ein Gespräch!
00:07:21: Und dafür brauchst du auch kein offizielles Mitarbeitergespräch mit Termin-, Protokoll- und einer Stunde Zeit, sondern manchmal reichen einfach mal so zehn Minuten und eine vernünftige Frage.
00:07:34: Du, ich habe das Gefühl, du bist in letzter Zeit ruhiger geworden?
00:07:39: Wie geht's dir gerade bei
00:07:40: uns?!
00:07:41: Oder, was läuft für dich momentan richtig gut?
00:07:46: Und was nervt dich?
00:07:48: Damit hast du schon mehr erreicht als mit diesem klassischen Alles okay bei dir?
00:07:55: Denn seien wir jetzt mal bitte ehrlich.
00:07:57: Auf alles ok gibt es im Arbeitsalltag eine ziemlich verlässliche Antwort Ja selbst wenn überhaupt nicht zu kehr ist.
00:08:08: Und genau deshalb gehört regelmäßiges Nachfragen für mich zur Mitarbeiterbindung dazu.
00:08:16: Und zwar nicht erst dann, wenn die Kündigung auf dem Tisch liegt.
00:08:20: Ja dann beginnt nämlich häufig plötzlich die große Verhandlung.
00:08:25: Was brauchst du denn?
00:08:26: Was können wir ändern?
00:08:28: Geht es ums Geld?
00:08:29: Willst du weniger Stunden?
00:08:32: Was bietet dir denn die andere
00:08:33: Praxis?".
00:08:37: Warum werden diese Fragen eigentlich erst jetzt gestellt?
00:08:40: Warum nicht schon sechs Monate
00:08:42: vorher?!
00:08:43: Mitarbeiterbindung beginnt lange vor der Kündigung.
00:08:47: Und übrigens, nicht jede Kündigung lässt sich verhindern!
00:08:51: Das ist auch gar nicht das Ziel – Menschen verändern sich, Lebenssituationen verändern sie, jemand zieht um, jemand orientiert sich beruflich neu oder jemand will weniger arbeiten... Vielleicht sucht jemand auch eine neue Herausforderung oder ein anderes Angebot passt einfach besser zum eigenen Leben.
00:09:12: Das gehört dazu!
00:09:14: Mitarbeiter.
00:09:15: Bindung bedeutet nicht, Menschen um jeden Preis festzuhalten.
00:09:20: Für mich bedeutet es, Bindungen zu schaffen unter denen gute Mitarbeiter gerne bleiben und genau deshalb finde ich den Begriff Mitarbeiterbindung manchmal so ein bisschen schwierig und schwer.
00:09:35: Der klingt fast so, als binden wir jemanden am Behandlungsstuhl fest.
00:09:41: Keine Sorge!
00:09:42: Darum geht es in dieser Staffel nicht.
00:09:44: Es geht um die freiwillige Bindung – um dieses Gefühl.
00:09:48: Hier arbeite ich gern.
00:09:50: Hier werde ich gesehen.
00:09:52: Hier weiß ich was von mir erwartet wird oder auch so Gefühle wie Hier kann ich mich entwickeln, hier gehöre ich dazu und vor allem natürlich kann ich woanders arbeiten.
00:10:06: Aber ich will es gar nicht!
00:10:09: Das ist Mitarbeiterbindung – und dafür reicht eben nicht.
00:10:14: Ich weiß der berühmte Obstkorb Der arme Obstkorb, der kann im Übrigen überhaupt nichts dafür dass er immer so vorgeführt wird.
00:10:23: Der wird nämlich in sämtlichen Diskussionen über Mitarbeiterbindung inzwischen so oft verprügelt, dass ich ihn an dieser Stelle wirklich einmal ins Schutz nehmen möchte.
00:10:34: Obst ist super!
00:10:36: Und wenn du einen Obskopf in deiner Praxis hast behalt ihn bitte aber bitte erwarte nicht das eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter wegen drei Äpfeln zwei Bananen und einer etwas traurigen Mandarine über schlechte Arbeitsbedingungen hinweg sieht.
00:10:55: So funktioniert es nicht, genauso wenig funktioniert Mitarbeiterbindung ausschließlich über Geld.
00:11:02: Natürlich ist Gehalt wichtig und bevor jetzt jemand denkt nach jetzt kommt wieder dieses Geld ist gar nicht wichtig.
00:11:10: nein kommt nicht.
00:11:13: Fähre Bezahlung ist wichtig Punkt!
00:11:16: Über Gehalt, Arbeitszeit Benefits und gute Rahmenbedingung sprechen wir deshalb ausführlich in der nächsten Folge.
00:11:25: Aber Geld allein erzeugt noch keine Bindung!
00:11:29: Du kannst sehr gut bezahlt werden und trotzdem jeden Sonntagabend schlechte Laune bekommen, weil am nächsten Morgen wieder der Weg zur Arbeit ansteht.
00:11:39: Und andersherum gibt es Praxen die beim Gehalt nicht jedes Angebot eines großen MVZ oder einer Kette toppen und trotzdem Mitarbeiter haben, die seit vielen Jahren sehr gerne dort arbeiten.
00:11:53: Warum?
00:11:54: Weil Menschen eben nicht nur auf eine Zahl der Gehaltsabrechnung reagieren – sie reagieren darauf wie sich Arbeit anfühlt!
00:12:05: Und gerade in einer Zahnarztpraxis spielt das eine enorme Rolle Denn das ist kein Arbeitsplatz, an dem du acht Stunden irgendwo alleine vor deinem Rechner sitzt und deine Ruhe hast.
00:12:17: Du arbeitest eng zusammen – teilweise auf wenigen Quadratmetern!
00:12:23: Behandler- und Assistenz müssen sich blind verstehen.
00:12:27: An der Anmeldung fängt jemand auf was vorne gleichzeitig passiert.
00:12:33: Die Prophylaxe läuft parallel Hinten fehlt plötzlich Material Ein Patient kommt zu spät, der nächste hat Schmerzen.
00:12:40: Eine Kollegin ist krank und trotzdem wirkt nach außen alles ruhig, freundlich und professionell.
00:12:47: Das funktioniert nur mit Menschen Und deswegen hat die Qualität der Zusammenarbeit in einer Zahnarztpraxis einen enormen Einfluss darauf ob jemand gerne dort arbeitet.
00:13:01: Stell dir zum Beispiel eine Mitarbeiterin vor, die ständig einspringt Wenn jemand krank isst.
00:13:07: Kannst du heute länger bleiben?
00:13:09: Ja.
00:13:09: Wenn vorne viel los ist, kannst du kurz die Anmeldung unterstützen?
00:13:16: Ja!
00:13:17: Wenn die neue Kollegin etwas nicht weiß, kannst Du ihr das bitte noch mal zeigen?
00:13:22: Ja wenn noch was fertig werden muss.
00:13:25: Kannst Du es bitte noch schneller ledigen?
00:13:28: Ja und irgendwann sitzt genau diese Mitarbeiterin abends im Auto und denkt warum Bin ich eigentlich immer diejenige, die ja sagt?
00:13:38: Das Problem ist dann gar nicht diese eine zusätzliche Aufgabe.
00:13:43: Es sind die hundert kleinen Situationen davor und daraus ergibt sich direkt der zweite praktische Ansatz Schau dir nicht nur an ob alle Aufgaben erledigt werden, schau dir an wer sie erledight.
00:13:58: Wer springt immer ein?
00:14:00: Wer übernimmt freiwillig zusätzliche Aufgaben?
00:14:04: Wer beantwortet ständig die Fragen der anderen?
00:14:08: Wer denkt an Dinge, die offiziell vielleicht gar nicht zu seinem Aufgabenbereich gehören?
00:14:14: und vor allem ist diese zusätzliche Leistung sichtbar?
00:14:19: denn genau hier entsteht schnell ein gefährlicher Automatismus.
00:14:25: Je zuverlässiger ein Mensch ist desto mehr bekommt er.
00:14:30: das klingt komplett absurd passiert aber ständig.
00:14:34: Frag die Sabine, die weiß das.
00:14:37: Gibt es der Laura?
00:14:38: Die macht das schnell!
00:14:40: Die Anna kann das noch zusätzlich übernehmen und irgendwann wird aus Anerkennung für gute Leistungen einfach nur mehr Arbeit.
00:14:49: Das ist keine Mitarbeiterbindung.
00:14:52: Deshalb mach zusätzliche Leistung sichtbar.
00:14:56: Sprich sie an und verteile Verantwortung bewusst Nicht immer automatisch an die Person, bei der du weißt... Die macht das schon.
00:15:07: Da bin ich mir sicher!
00:15:08: Das ist eine kleine Veränderung aber eine wichtige Denn Mitarbeiterbindung entsteht nicht durch eine große Maßnahme Sie entsteht durch viele kleine Erfahrungen Jeden Tag.
00:15:22: Wie wird mit dir gesprochen?
00:15:24: Wird wahrgenommen was du leistest?
00:15:27: Kannst Du auch mal Nein
00:15:29: sagen?!
00:15:30: Sind Aufgaben fair verteilt?
00:15:33: Werden Probleme angesprochen, wird dir vertraut.
00:15:37: Kannst du Fehler zugeben?
00:15:40: Zählt deine Meinung und weißt du eigentlich wo du in dieser Praxis in zwei oder drei Jahren stehst?
00:15:48: Das sind Bindungsfaktoren!
00:15:51: Und genau über diese Dinge sprechen wir in dieser Staffel – über Geld & Benefits eben auch über Wertschätzung, über Teamgefühl, über Fairness, über Arbeitsklima und Grüppchenbildung.
00:16:09: Und über Entwicklungsmöglichkeiten!
00:16:12: Und auch über die Frage warum die alljährliche Weihnachtsfeier mit leckerem Essen- und Dreiflaschen-Aporol eben noch lange kein Teambuilding ist?
00:16:23: Aber bevor wir all das auseinandernehmen bleiben wir heute bei der Frage Wie findest du eigentlich heraus, was deine Mitarbeiter bindet?
00:16:32: Und da kommt der dritte konkrete Ansatz.
00:16:36: Frag nicht alle dasselbe!
00:16:39: Menschen sind unterschiedlich.
00:16:41: Für die eine Mitarbeiterin ist ein freier Freitag-Nachmittag goldwert Der nächste sagt Freitags ist mir völlig egal aber ich will mich fachlich weiterentwickeln.
00:16:54: Eine andere braucht klare Strukturen Die nächste möchte mehr Verantwortung.
00:17:01: Eine junge Mutter braucht vielleicht vor allem Verlässlichkeit in der Dienstplanung.
00:17:06: und wieder jemand anderes sagt, ich will einfach morgens in eine Praxis kommen, in der nicht ständig schlechte Stimmung herrscht.
00:17:15: Deshalb funktioniert auch dieses Denken nicht!
00:17:19: Wir bieten unseren Mitarbeitern doch so viel!
00:17:22: Entscheidend ist nicht nur was du anbietest, entscheidend was für den einzelnen Menschen einen Wert hat.
00:17:32: Und das erfährst du nicht durch Raten, Du erfährtest es aber durch Fragen!
00:17:37: Eine Frage die ich persönlich sehr mag, die lautet so Was muss in dieser Praxis gegeben sein damit du hier auch in drei Jahren noch gerne arbeitest?
00:17:50: Das ist viel spannender als die Frage Bist du zufrieden?
00:17:55: Denn plötzlich geht es ja dann um konkrete Dinge.
00:17:58: Also vielleicht sagt jemand auf diese Frage spontan, ich will mich weiterentwickeln?
00:18:05: Okay!
00:18:05: Dann reden wir über Entwicklung.
00:18:08: Vielleicht kommt aber auch.
00:18:10: Ich will nicht ständig kurzfristig einspringen Auch gut!
00:18:14: Dann habt ihr auch ein konkretes Thema.
00:18:16: Die Antwort kann auch lauten Perfekt, jetzt weißt du wo du ansetzen kannst.
00:18:29: Und wenn dir jemand ehrliches Feedback gibt dann kommt der nächste entscheidende Punkt nicht sofort rechtfertigen.
00:18:38: das passiert nämlich wahnsinnig schnell.
00:18:40: eine Mitarbeiterin sagt mich nervt dass ich ständig kurzfristig einspringe und sofort kommt ja aber du weißt doch wie schwierig die Personalsituation ist.
00:18:53: stimmt vielleicht Hilft in dem Moment aber nicht.
00:18:56: Oder jemand sagt, ich habe das Gefühl dass meine Arbeit gar nicht gesehen wird und die Antwort lautet?
00:19:04: Das stimmt doch gar nicht!
00:19:06: Damit ist das Gespräch im Grunde beendet und beerdigt.
00:19:11: Du musst nicht jede Wahrnehmung teilen du muss auch nicht jeden Wunsch erfüllen Aber du kannst erst einmal verstehen was dein Gegenüber meint.
00:19:21: also nachfragen Woran machst du das fest?
00:19:25: Wann hast du dieses Gefühl besonders?
00:19:27: Was würde für dich einen Unterschied machen?
00:19:30: und plötzlich wird aus einem diffusen Problem etwas Konkretes, etwas Greifbares.
00:19:37: Vielleicht lässt sich davon einiges relativ einfach verändern vielleicht auch nicht Aber Du weißt zumindest worum es wirklich geht.
00:19:48: Und genau darin liegt für mich ein ganz großer Unterschied zwischen Mitarbeiterbindung und Aktionismus.
00:19:56: Aktionismus bedeutet, wir müssen irgendwas fürs Team machen – also gibt es einen neuen Benefit!
00:20:04: Ein Teamfrühstück ein Ausflug neue Hoodies alles nett.
00:20:10: aber Mitarbeiterbindung beginnt eine Ebene tiefer.
00:20:14: sie beginnt mit verstehen was braucht dieser Mensch damit er hier gut arbeiten kann?
00:20:20: Und deshalb möchte ich dir zum Ende dieser ersten Folge keinen riesigen Maßnahmenplan mitgeben, sondern einen kleinen Bindungscheck für deine Praxis.
00:20:32: Vier Dinge Erstens Beobachte Veränderung.
00:20:36: Wer ist stiller geworden?
00:20:38: Wer bringt weniger Ideen ein?
00:20:41: Wer zieht sich zurück?
00:20:43: Wer wirkt gleichgültiger als früher?
00:20:46: Nicht interpretieren nicht diagnostizieren Einfach wahrnehmen und ins Gespräch gehen.
00:20:53: Zweitens, schau ehrlich auf die Lastverteilung!
00:20:58: Wer fängt permanent Dinge auf?
00:21:01: Wer springt ein?
00:21:02: Wer über eine Verantwortung?
00:21:04: Wer trägt unsichtbar einen großen Teil des Alltags Und bekommt diese Person dafür Anerkennung?
00:21:11: oder einfach nur die nächste Aufgabe?
00:21:15: Drittens, frag nach dem Bleiben.
00:21:20: Nicht willst du kündigen, sondern was ist dir wichtig damit du hier langfristig gerne arbeitest?
00:21:29: Oder was muss in dieser Praxis gegeben sein, damit du auch in drei Jahren noch gerne hier bist.
00:21:36: und viertens mach aus Antworten etwas Sichtbares.
00:21:41: Wenn drei Mitarbeiter unabhängig voneinander dasselbe Thema nennen dann isst das kein Zufall.
00:21:48: Dann hast du einen Ansatzpunkt.
00:21:51: Nicht alles gleichzeitig!
00:21:53: Nimm dir einen Punkt, verändere etwas und sprich anschließend wieder darüber Ist es jetzt besser?
00:22:01: Hat sich was verändert?
00:22:03: Was fehlt noch?
00:22:05: Genauso entsteht Mitarbeiterbindung Nicht mit einer einmaligen großen Aktion, sondern durch Aufmerksamkeit.
00:22:14: Durch Gespräche und viele kleine Verbesserungen im Alltag!
00:22:18: Und jetzt noch eine letzte Frage Wer sind eigentlich die Menschen in deiner Praxis?
00:22:24: Bei denen du sofort denkst Wenn die morgen kündigt habe ich ein echtes Problem?
00:22:31: Hast Du jemanden im Kopf?
00:22:33: Gut Dann stell Dir direkt die nächste Frage Wann hast du dieser Person zuletzt gezeigt, dass du weißt wie wertvoll sie für die Praxis ist?
00:22:43: Nicht gedacht.
00:22:45: Gezeigt!
00:22:46: Das ist ein Unterschied.
00:22:48: Wie immer wenn du aus dieser Folge nur einen Gedanken mitnehmen möchtest dann vielleicht diesen hier.
00:22:54: Die entscheidende Frage ist nicht erst warum jemand geht.
00:22:59: Die viel spannendere Frage lautet Warum bleibt jemand Und die früher du die Antwort darauf kennst, desto weniger überraschend kommt irgendwann eine Kündigung.
00:23:10: In der nächsten Folge schauen wir uns dann einen Bereich an, der bei Mitarbeiterbindung natürlich trotzdem eine ziemlich große Rolle spielt – Gehalt, Arbeitszeit, Benefits und die Frage Was davon Mitarbeiter wirklich bindet und was einfach nur ziemlich nett auf einer Stellenanzeige aussieht.
00:23:34: Ich freue mich, dass du beim Start der neuen Staffel dabei warst – wir hören uns in zwei Wochen wieder!
00:23:41: Bis dahin bis bald eure Katja.